Moosleg Unterkreuth Terlan

Wohnbau: Terlaner Gemeindeausschuss übergeht Beschluss der Landesregierung

Das Thema Wohnbau – und speziell der geförderte Wohnbau – wird in Terlan schon seit vielen Jahren heiß diskutiert. Dabei sind viele Bürger immer wieder vor den Kopf gestoßen worden. So auch durch einen Beschluss des Terlaner Gemeindeausschusses, der im Widerspruch zu den Vorgaben der Landesregierung steht und über die Erstellung des Durchführungsplans den privaten Eigentümern in die Hände spielt, anstatt eine bestmögliche Lösung für die Terlaner Bürger zu erwirken. Auch raumordnerische Prinzipien getreu dem Motto „Braun vor Grün“ werden mit Füßen getreten.

Hölzl Magazin Terlan

Das Hölzl Magazin in Terlan. Auch hier wurde der von der RIF empfohlene Mindestabstand von 30m zur Eisenbahn im Durchführungsplan nicht eingehalten.

„In Terlan hat man manchmal das Gefühl, es wird an den Bürgerinnen und Bürgern vorbeigeplant. Das betrifft vor allem auch den geförderten Wohnbau“, schreibt Zukunft Terlan in einer Presseaussendung. Derzeit sind zwei Grundstücke für den geförderten und freien Wohnbau in Planung: das Areal „Höller Hölzl“ und das Grundstück „Moosleg“ in der Unterkreuth, das mittlerweile der DIUK gehört. In beiden Fällen wurden die privaten Eigentümer mit der Erstellung der Durchführungspläne beauftragt, obwohl eine Aufteilung der Grundstücke von 45% für den freien Wohnbau und 55% für den geförderten Wohnbau vorgesehen ist. Das Grundstück „Moosleg“ liegt darüber hinaus in einer schwierigen Zone, so steht dort noch ein Strommast, die Etsch, Bahn und Mebo sind in unmittelbarer Nähe; allesamt Probleme, die den Verantwortlichen eigentlich bekannt sind, da man ursprünglich sogar von der Einstufung als Gefahrenzone „rot“ (=hohe Gefahr) gesprochen hatte. Deshalb hat die Landesregierung einer Bauleitplanänderung im Frühjahr 2015 nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass ein Planungswettbewerb im öffentlichen Interesse durchgeführt wird, um das bestmögliche aus dem Grundstück herauszuholen. Schließlich betrifft eine Wohnbauzone nicht nur die Bauherren selbst, sondern die gesamte Bevölkerung. „Es sollte darauf geachtet werden, dass nachhaltig geplant wird und neue Zonen eine Bereicherung fürs gesamte Dorf sind“, so Zukunft Terlan.

Doch der Gemeindeausschuss von Terlan hat in einer Sitzung vom März 2016 nach dem Areal „Höller Hölzl“ auch für die Zone „Moosleg“ den Durchführungsplan von einem privaten Besitzer einstimmig genehmigt, ohne dabei den empfohlenen Planungswettbewerb zu berücksichtigen. Dadurch wird in beiden Fällen der Geförderte Wohnbau den Teil vom Grundstück erhalten, der Nahe am Bahngleis liegt und unter anderem einer stärkeren Lärmbelastung ausgesetzt ist. In der Zone „Moosleg“ ist zwar eine kleine Lärmschutzmaßnahme vorgesehen, doch Zukunft Terlan hält diese für unzureichend. Vor allem, weil sie nicht dort errichtet wird, wo der Lärm entsteht. Auch die Lärmbelastung durch die Mebo hat in den letzten Jahren vor allem nachts stark zugenommen. Grundsätzlich gilt in Wohnbauzonen ein Grenzwert von 55 dB(A) bei Tag und 45 dB(A) nachts (akustische Klasse II). Doch in diesem Fall liegt der Wert eindeutig darüber.

Moosleg Unterkreuth Terlan

Wasser, Strommast, Zug, Mebo: die Zone „Moosleg“ in der Terlaner Unterkreuth gilt als Problemzone.

Außerdem wird mit dem Areal „Moosleg“ landwirtschaftliches Grün verbaut, wobei in der größten Siedlung in Terlan demnächst ein großes Grundstück frei wird, nachdem die Firma Bautechnik derzeit nach Siebeneich übersiedelt. Die Bauleitplan Reform 2016 plädiert ja dafür, dass zuerst bestehende Strukturen verwendet und aufgewertet werden sollen, bevor neue verbaut werden und damit weitere Grünflächen für immer verloren gehen.

Die Planung von Wohnbauzonen sollte im öffentlichen Interesse passieren und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt werden. Dabei muss vorausschauend, zukunftsorientiert und nachhaltig geplant werden, um Lebens- und Wohnqualität zu steigern. So bieten sich Grünflächen, Spielmöglichkeiten für Kindern, Verkehrsberuhigungen, Belebung von Plätzen und viele weitere Möglichkeiten an.

„Der Gemeindeausschuss sollte zusammen mit den Bürgern planen und sie ins Projekt miteinschließen. Eine offene Kommunikation ist in einem Dorf unumgänglich“, ist Zukunft Terlan überzeugt.

Derzeit gibt es auch konkrete Gespräche und Planungen für das TOG-Areal, wodurch es in Terlan in den nächsten Jahren einen hohen Bevölkerungszuwachs geben wird. Zukunft Terlan wird demnächst dazu in einer eigenen Pressemitteilung Stellung beziehen…

Das nächste Bürgertreffen von Zukunft Terlan findet am 15. April 2016 um 20 Uhr im Gasthaus Post von Vilpian statt. Anregungen und Wünsche können auch an info@zukunft-terlan.com geschickt oder auf der facebook Seite gepostet werden.

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