Südtirol und Europa: eine Beziehung mit Zukunft

Wieviel Europa braucht Südtirol und warum Europa Südtirol braucht, darum ging es am Abend

des 8. Mai bei einer Informationsveranstaltung im gut besuchten Pfarrsaal von Terlan. Geladen hatte die

unabhängige Bürgerliste Zukunft Terlan. Gekommen waren zahlreiche Interessierte. Der Anlass:

zu den bevorstehenden EU-Wahlen zu informieren und zu diskutieren – mit Experten und

Kandidaten. Die Expertise kam von Eurac Research, die sich seit Jahrzehnten mit europäischen

Themen beschäftigt.

Wie ist die EU entstanden? Welchen Geist verkörperten die Gründerväter? Welche europäischen

Institutionen gibt es und wie kann Südtirol sich einbringen? Antworten auf solche und ähnliche Fragen

gab Elisabeth Alber, die zum Föderalismus im internationalen Vergleich an der Eurac Research forscht.

Ihr Eurac-Kollege Günther Rautz, Leiter des Institutes für Minderheitenrecht, aus Kärnten und seit über

zwanzig Jahren in Südtirol, zeigte in der Folge Beispiele für den Minderheitenschutz in der EU auf. Sein

Credo: wenn wir Südtirols Autonomie als Vorbild darstellen, dann stärken wir auch unsere

Eigenständigkeit und internationale Anerkennung.

Im zweiten Teil des Informationsabends, moderiert von Josef Bernhart vom Eurac-Institut für Public

Management, standen zwei Spitzenkandidaten zu den EU-Wahlen Rede und Antwort. Renate

Holzeisen vom Team Köllensperger und Norbert Lantschner von den Grünen. Die Themen reichten von

der Klimakrise bis zur europäischen Steuergesetzgebung. Auch die Frage nach lokalen Koalitionen

wurde gestellt. Am Ende stand die Einsicht aller, dass auch ein kleines Land wie Südtirol mit vereinten

Kräften zum europäischen Geist beitragen kann, der sich als Friedensprojekt versteht und nur so eine Zukunft hat.

Die Europaparlamentswahlen finden am 26. Mai 2019 statt!